Ausflüge von Familie Montaione-Toskana Lesezeit: 5 Min.

Volterra: Ein Zwischenstopp voller Überraschungen

Auf dem Rückweg vom Strand fuhren wir, um uns die 7,20 Euro Maut zu sparen über Volterra und entdeckten eine Stadt, die mehr zu bieten hatte, als wir erwartet hatten – inklusive donnernder Wolken und einem ganz besonderen Familienerlebnis.

Familie macht ein Selfie vor der historischen Kulisse Volterras mit Blick ins Tal und Gewitterwolken am Horizont.
Ein unvergesslicher Moment: Familie vor der beeindruckenden Landschaft Volterras.

Der 3. August war eigentlich als entspannter Strandtag geplant, doch auf dem Rückweg zu unserer gemütlichen Unterkunft in Montaione packte uns die Entdeckerlust. Die Sonne stand schon etwas tiefer, als wir uns entschieden, einen ausgiebigen Zwischenstopp in Volterra einzulegen. Und was sollen wir sagen? Diese Entscheidung hat sich mehr als gelohnt!

Schon von Weitem bot sich uns ein wirklich imposantes Bild. Volterra thront majestätisch auf einem Berghang und ist aus der Ferne schon ein Blickfang. Wir hatten uns natürlich schon im Vorfeld ein paar Bilder angesehen, aber die Realität übertraf die Erwartungen. Die Stadt wirkt mit ihren hohen, spitzen Koniferen und den warmen Farbtönen der Gebäude wie aus einem Bilderbuch – eine typisch toskanische Schönheit, die sich stolz in die Landschaft schmiegt.

Ein unerwartetes Willkommen in der Stadt des Salzes

Unsere direkte Einfahrt in die Stadt mit dem Auto war allerdings erst einmal eher unspektakulär. Manchmal ist das ja so, dass die Ankunft nicht ganz dem Postkartenmotiv entspricht. Doch schon nach dem ersten großen Kreisverkehr merkten wir: Hier schlummert noch einiges an Potenzial! Volterra offenbarte sich uns Schritt für Schritt. Ein für diese Stadt sehr großes Parkhaus war aus der Ferne gut ausgeschildert, was uns die Parkplatzsuche enorm erleichterte. Dort stellten wir unseren Wagen ab, erleichtert, nicht lange kreisen zu müssen.

Als wir aus dem Parkhaus traten, trafen uns gleich zwei Dinge mit voller Wucht: Zum einen ein erstes, leises Grollen aus der Ferne, zum anderen der Anblick riesiger, dunkelgrauer Gewitterwolken, die sich bedrohlich am Horizont zusammenbrauten. Das war ein wirklich beeindruckender Moment. Und uns kam sofort der Name der Stadt in den Sinn: Volterra – irgendwie klang das wie „Volt“ und erinnerte an elektrischen Strom. Ein kleiner Schauer lief uns über den Rücken, aber auch eine gewisse Faszination.

Hungrige Mägen und Donner am Himmel

Unsere Kinder waren zunächst überhaupt nicht begeistert von der Idee, jetzt noch eine Runde durch die alte Innenstadt zu laufen. Nach einem langen Tag am Strand war die Motivation für weitere Erkundungen eher gering. Wir mussten sie tatsächlich ein bisschen „zwingen“, sich mit uns auf den Weg zu machen. Aber wir wussten ja: Oft werden die besten Erinnerungen genau dann geschaffen, wenn man sich ein bisschen überwindet.

Nach ein paar Schritten durch die malerischen Gassen meldete sich dann aber der Hunger. Es war bereits nach 15:00 Uhr, und das stellte uns vor eine echte Herausforderung. Viele Restaurants hatten um diese Uhrzeit bereits geschlossen, und die wenigen, die noch geöffnet waren, entsprachen entweder nicht unseren kulinarischen Vorstellungen oder denen der Kinder – und wer Kinder kennt, weiß, wie wichtig die richtige Auswahl ist, um eine gute Stimmung zu bewahren. Doch wir blieben hartnäckig und suchten weiter.

Die Magie von Ommas Rezept

Am Ende landeten wir in einem kleinen, charmanten Restaurant, das gleichzeitig auch ein Geschäft für regionale Spezialitäten war. Ein echter Glücksgriff! Während wir auf unser Essen warteten, lief auf einem Bildschirm im Hintergrund eine faszinierende Dokumentation über die Geschichte der Salzförderung in Volterra. Eine spannende Entdeckung, die uns alle fesselte und dem Essen eine besondere Note verlieh. Wir waren so angetan, dass wir im Anschluss auch gleich regionales Salz kauften. Ein Euro für ein ganzes Kilo! Das ist ja bald günstiger, als wir zu Hause für Streusalz bezahlen – ein echtes Schnäppchen und ein schönes Souvenir zugleich.

Das Essen selbst war ein Traum. Wir aßen natürlich regionale Köstlichkeiten. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns ein in Tomatensoße eingeweichtes Weißbrot. Der Wirt erzählte uns stolz, dass es ein Rezept seiner Großmutter sei. Und man schmeckte die Liebe und Tradition in jedem Bissen! Es schmeckte wirklich hervorragend, und das Beste daran: Sogar die Kinder, die sonst oft kritisch sind, liebten es. Ein echter Volltreffer, der uns alle glücklich machte.

Ein Abschied mit beeindruckenden Ausblicken

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die riesigen Gewitterwolken zogen zwar weiterhin donnernd an uns vorbei, aber es regnete nicht. Das war eine große Erleichterung und ermöglichte uns, noch ein paar wirklich imposante Fotos zu machen. Der Ausblick vom Marktplatz hinunter in das weite Tal war atemberaubend. Hier konnten wir ein wunderschönes Selfie mit der ganzen Familie machen, das die beeindruckende Kulisse perfekt einfing. Ein Erinnerungsbild, das uns noch lange an diesen besonderen Nachmittag erinnern wird.

Das Parkhaus, das uns so unkompliziert den Start in Volterra ermöglicht hatte, kostete am Ende übrigens nur zwei Euro für die gesamte Zeit unseres Aufenthalts – und wir konnten sogar bequem mit Karte zahlen. Ein kleiner Bonus, der den positiven Eindruck abrundet. Gegen 17:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg in unsere Unterkunft. Am Horizont sahen wir zwar weiterhin die dunklen Gewitterwolken, aber es blieb trocken und die Luft war angenehm frisch und klar. Volterra hat uns mit seiner Mischung aus Geschichte, Dramatik und kulinarischen Überraschungen wirklich begeistert und bleibt uns als ein ganz besonderer Zwischenstopp in Erinnerung.

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