Abkühlung am Sentierelsa: Ein heißer Tag bei Colle di Val d'Elsa
Am 4. August suchten wir die Wasserfälle der Elsa bei Colle di Val d'Elsa auf, um der unerträglichen Hitze Montaiones zu entfliehen. Ein Tag voller türkiser Wasserbecken, überfüllter Ufer und unvergesslicher Momente – und eine wichtige Lektion über Wasserschuhe.

Der 4. August stand ganz im Zeichen der Abkühlung, denn in Montaione zeigte das Thermometer schon am Morgen unerbittlich nach oben. Wir hatten uns vorgenommen, den Geheimtipp der Wasserfälle von Colle di Val d'Elsa zu erkunden, von denen wir schon so viel Gutes gehört hatten. Nach einem ausgiebigen Frühstück, das wir im Schatten unserer Terrasse genossen, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg.
Unsere Fahrt führte uns zunächst über die Schnellstraßen und dann auf die Autobahn. Der Weg war gut ausgeschildert, und wir kamen zügig voran. Kurz vor unserem Ziel legten wir noch einen wichtigen Zwischenstopp ein: Bei Decathlon. Ein guter Freund hatte uns nämlich eindringlich gewarnt, dass die Untergründe im Wasser sehr steinig seien und Badeschuhe absolute Pflicht sind. Diese weise Voraussicht sollte sich im Laufe des Tages noch als Gold wert erweisen. Wir deckten uns also mit den nötigen Tretern ein, und schon ging es weiter Richtung Wasser.
Ankunft im Paradies (oder so ähnlich)
Als das Navi uns dann gegen Mittag in Colle di Val d'Elsa in die Nähe der Wasserfälle lotste, waren wir zunächst etwas verwirrt. Die Adresse schien mitten in einem Ort und fast schon in einem Industriegebiet zu liegen – so gar nicht, wie man sich einen idyllischen Naturpark vorstellt. Doch tatsächlich, kaum waren wir durch die kleinen Gassen gefahren, öffnete sich die Landschaft, und wir sahen die ersten Hinweise auf den Fluss und die Wasserfälle.
Der ausgewiesene Parkplatz direkt am Parkeingang und an der Hauptstraße war, wie zu erwarten, hoffnungslos überfüllt. Bei 41 Grad im Schatten, die uns beim Aussteigen sofort wie ein Schlag trafen, war das Gedränge um jeden freien Fleck verständlich. Wir drehten ein paar Runden und fanden dann glücklicherweise einige hundert Meter weiter einen kostenfreien Parkplatz, der zwar etwas versteckt lag, aber für uns perfekt war. Schon der kurze Fußweg zurück zum Eingang war eine echte Herausforderung bei dieser Hitze. Jeder Schritt schien uns die Energie zu rauben, und die Kinder quengelten bereits nach der ersten Abkühlung.
Der Park rund um den Fluss Elsa und die Wasserfälle begann direkt an der Straße. Schon nach wenigen hundert Metern eröffnete sich uns ein atemberaubender Anblick: Der erste große Wasserfall, der „Cascate del Diborrato“, sicherlich 10 bis 15 Meter hoch, rauschte vor uns in ein türkisblaues Becken. Das Wasser schimmerte in unwirklichen Farben, war aber durch den hohen Kalkgehalt ziemlich trüb. Trotzdem lud es zum sofortigen Eintauchen ein.
Das Becken vor dem Wasserfall war bereits gut gefüllt mit badenden Menschen. Das Ufer glich einem Ameisenhaufen – voll mit sonnenhungrigen Touristen und Einheimischen, die sich auf den wenigen freien Steinen und Felsvorsprüngen niedergelassen hatten. Überall hörte man fröhliches Lachen und das Plätschern des Wassers. Und ja, die „coolen Jungs“ zeigten ihre Sprungkünste vom Wasserfall in die Tiefe. Wir, natürlich, überließen ihnen die Bühne und blieben lieber am sicheren Ufer – der Gedanke an den Sprung war schon Nervenkitzel genug!
Besonders lustig war eine Gruppe von fünf bis zehn Jungs, die eine Wassermelone als Accessoire mitgebracht hatten. Sie führten die Melone wie einen Schatz mit sich, teilten sie dann genüsslich und setzten sich die Hälfte davon wie einen Helm auf den Kopf. Mit diesen ungewöhnlichen Kopfbedeckungen sprangen sie dann lachend und johlend in das kühle Nass hinab. Ein Anblick, der uns alle schmunzeln ließ und die ausgelassene Stimmung am Wasserfall perfekt widerspiegelte.
Ein Weg durchs Paradies, abseits der Massen
Nachdem wir das Spektakel am großen Wasserfall eine Weile beobachtet hatten, beschlossen wir, dem Flusslauf weiter zu folgen. Wir hofften, dass es mit zunehmender Entfernung von der Hauptstraße etwas ruhiger werden würde – und unsere Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Je weiter wir uns entfernten, desto dünner wurden die Menschenmassen. Die großen, imposanten Wasserfälle wichen kleineren, individuelleren Kaskaden, die aber nicht minder reizvoll waren. Sie schlängelten sich durch das Grün und bildeten kleinere, intimere Becken, die zum Verweilen einluden.
An einer ersten passenden Stelle, die uns einladend erschien, hielten wir an. Die Kinder und Mama konnten es kaum erwarten, ins Wasser zu gehen. Der Einstieg war allerdings, wie von unserem Freund angekündigt, sehr steil und steinig. Man musste sich vorsichtig durch das trübe Wasser vortasten, um von Stein zu Stein langsam tiefer ins Becken zu gelangen. Ohne die Badeschuhe, die wir uns extra gekauft hatten, wäre das Unterfangen wohl eine schmerzhafte Angelegenheit geworden. Hier zeigte sich wirklich, wie wichtig gute Vorbereitung ist!
Ein freundlicher Herr, der sich bereits im Wasser befand, bemerkte unser Zögern und half unserem Sohn beherzt ins Wasser. Mit seiner Unterstützung konnte unser Kleiner dann das Wasser erkunden und seiner Schwester und Mama den Weg ins kühle Nass erleichtern. Es war herrlich zu sehen, wie die anfängliche Vorsicht der Freude über die Abkühlung wich. Die Farben der Landschaft, das leuchtende Türkis des Wassers im Kontrast zum satten Grün der Ufervegetation, waren wirklich atemberaubend. Wir konnten einige wunderschöne Fotos machen, die die Magie dieses Ortes einfingen.
Nach einer halben Stunde, in der wir die Erfrischung genossen und die Seele baumeln ließen, spürten wir aber wieder den Drang, weiterzuziehen und noch mehr von diesem Naturschauspiel zu entdecken. Wir folgten dem Flusslauf weiter hinab, immer auf der Suche nach neuen, unentdeckten Ecken.
Unerwartete Wendungen und der Heimweg
Ungefähr auf der Hälfte unseres Weges planten wir einen kleinen Abstecher. Wir hatten gehört, dass es bergauf ein kleines Restaurant geben sollte, das zu einer Stärkung einlud. Bei den Temperaturen war der Gedanke an ein kühles Getränk und eine Kleinigkeit zu essen sehr verlockend. Leider war das Restaurant geschlossen, was uns doch etwas enttäuschte. Und wir merkten: Wir hatten definitiv nicht genügend Wasser für diesen heißen Tag mitgenommen. Die pralle Sonne und die Anstrengung des Gehens hatten unsere Vorräte schneller schrumpfen lassen, als uns lieb war. Schweren Herzens beschlossen wir daher, den Rückweg anzutreten, bevor uns die Kräfte ganz verließen.
Auf dem Rückweg machten wir erneut an einer noch nicht erkundeten Stelle Rast, die sich als ideal für eine weitere Abkühlung erwies. Die Kinder stürzten sich sofort wieder ins Wasser, und auch Mama ließ sich nicht zweimal bitten. Papa hingegen war das Ganze dann doch viel zu kalt. Er ist kein großer Fan von kaltem Wasser und zog es vor, am Ufer im Schatten zu bleiben und die anderen beim Planschen zu beobachten. So haben eben alle ihre Präferenzen!
Gegen 16:00 Uhr waren wir dann zurück am Auto. Die Temperaturen waren noch immer unerträglich, aber zumindest glaubten wir, einen leichten Rückgang des Ansturms von Badegästen beobachtet zu haben. Vielleicht lag es an der fortgeschrittenen Stunde, vielleicht aber auch an der allgemeinen Erschöpfung bei dieser Hitze. Der Parkplatz war immer noch gut gefüllt, aber das Chaos schien sich etwas zu lichten.
Fazit eines heißen Tages
Alles in allem war es ein wunderschöner Tag in einer wirklich malerischen Landschaft, fast wie aus dem Bilderbuch. Die Farben des Wassers und das üppige Grün der Umgebung waren einfach beeindruckend. Wir können uns gut vorstellen, dass es hier in der Nebensaison unter der Woche ein wahrer Traum ist – dann ist es sicherlich leerer und man kann die Natur in vollen Zügen genießen. Während der Hauptsaison ist es allerdings recht überlaufen, und wir mussten sehr lange warten und den richtigen Moment abpassen, um vernünftige Fotos ohne andere Passanten zu machen.
Trotz der Menschenmassen und der extremen Hitze können wir diesen Ausflug sehr empfehlen. Der Tipp mit den Wasserschuhen hat sich als Gold bewahrheitet und war die beste Investition des Tages. Ohne sie hätten wir den Tag nicht so entspannt genießen können. Wir sind froh, diese kleine Oase der Abkühlung entdeckt zu haben und werden sicherlich wiederkommen – dann aber vielleicht in der Nebensaison!
Wir nehmen viele schöne Erinnerungen und ein paar beeindruckende Fotos mit nach Montaione zurück. Solche Tage zeigen uns immer wieder, welche Schätze die Toskana abseits der bekannten Wege bereithält, auch wenn man manchmal ein bisschen suchen und schwitzen muss, um sie zu finden.
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