Spontanes Angelglück (oder eher Pech) in Italien
Während die Mädels shoppen waren, haben wir Jungs uns einer ganz besonderen sportlichen Herausforderung gestellt: dem Angeln in einem italienischen Hafen.

Manchmal muss man einfach spontan sein. Besonders, wenn die Damen des Hauses (also Mama und Tochter) beschließen, dass der Ruf der Boutiquen und Geschäfte in irgendeiner italienischen Küstenstadt lauter ist als der Ruf der Entspannung am Pool. Und so kam es, dass Papa und unser Sohnemann an einem sonnigen Nachmittag im August 2026 plötzlich vor der Frage standen: Was machen wir denn jetzt mit unserer neu gewonnenen „Männerzeit“?
Der Ruf des Meeres (oder zumindest des Hafenbeckens)
Die Antwort kam schneller, als man "Espresso" sagen kann: Angeln! Eine Idee, die so impulsiv war, dass wir beide sofort Feuer und Flamme waren. Keine große Planung, kein stundenlanges Vorbereiten. Einfach die kleine Reiseangel geschnappt, die wir "für alle Fälle" dabeihatten, und ab zum nächsten Hafen. Die Mädels waren ja eh noch beim Shoppen und würden uns so schnell nicht vermissen. Das war die perfekte Gelegenheit für ein echtes Vater-Sohn-Abenteuer, einen dieser Momente, die man später mit einem Schmunzeln in Erinnerung behält.
Das große Warten auf den großen Fang
Und so saßen wir da, am Rande eines lebhaften italienischen Hafens, umringt von majestätischen Segelbooten, die sanft im Wasser schaukelten. Die Sonne stand schon etwas tiefer, malte lange Schatten und tauchte alles in ein warmes Licht. Unser Sohn, bewaffnet mit seiner kleinen Angel und einer gehörigen Portion Geduld, hatte die Rute ausgeworfen. Eineinhalb Stunden vergingen. Eineinhalb Stunden voller gespannter Erwartung, leiser Gespräche und dem beruhigenden Geräusch des Wassers. Wir haben die Boote gezählt, überlegt, wohin die wohl alle segeln, und uns Geschichten ausgemalt. Was wir nicht hatten? Einen einzigen Fisch. Nicht mal einen kleinen. Nicht mal einen, der uns kurz am Haken grüßt und dann wieder entkommt. Das Hafenbecken schien an diesem Nachmittag fischfreie Zone zu sein, zumindest für uns.
Männersport deluxe – auch ohne Fisch
Trotz der "Nullnummer" im Eimer war es eine wirklich schöne Zeit. Dieses gemeinsame, unaufgeregte Beisammensein am Wasser, fernab vom Trubel und den Verpflichtungen des Alltags. Ein bisschen wie Meditation, nur mit Angel. Und hey, wer braucht schon Fische, wenn man so eine Kulisse hat? Die vielen Segelboote, die alten Gebäude im Hintergrund und das tiefe Blau des Himmels – das war schon für sich ein kleines Highlight. Wir haben uns darüber amüsiert, wie erfolglos wir waren, und sind uns einig gewesen: Es ging eigentlich gar nicht ums Fangen, sondern ums Draußensein, um die gemeinsame Zeit.
Die Rückkehr der Shopper und unsere "Beute"
Als Mama und Tochter dann, beladen mit Tüten und sichtlich zufrieden, wieder bei uns auftauchten, haben wir von unserem großen Fang – oder eben dem Nicht-Fang – berichtet. Die Geschichte von den anderthalb Stunden ohne jeglichen Erfolg sorgte für einige Lacher. Während die Mädels stolz ihre neuen Errungenschaften präsentierten, konnten wir immerhin von einem entspannten Nachmittag und einer unvergesslichen Vater-Sohn-Zeit erzählen. Manchmal ist die beste Beute eben nicht im Netz, sondern in den gemeinsamen Erinnerungen.
Wir wissen nicht, wann der nächste Angelausflug ansteht. Aber eines ist sicher: Die kleine Reiseangel wird auch weiterhin "für alle Fälle" im Gepäck sein. Man weiß ja nie, wann der Ruf des Wassers und der Wunsch nach "Männersport" wieder über uns hereinbrechen.
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