Küche & Wein von Montaione-Toskana Lesezeit: 5 Min.

Abschiedsschmaus in La Serra: Unser Lucullo-Moment

Unser letzter Abend in der Toskana führte uns noch einmal zu unserem geliebten Stammrestaurant Lucullo in La Serra, einem echten Geheimtipp für authentische toskanische Küche.

Leuchtreklame des Restaurants Lucullo in La Serra bei Sonnenuntergang.
Das vertraute Leuchtschild von Lucullo, das uns schon beim Abschied empfängt.

Es war der letzte Abend unseres Urlaubs in der wunderschönen Toskana, und ein Hauch von Wehmut lag in der Luft. Die Sonne hatte sich gerade hinter den sanften Hügeln von Montaione verabschiedet und tauchte den Himmel in jene warmen Farben, die wir so lieben gelernt hatten. Für uns stand fest, wie wir diesen Abschied begehen wollten: mit einem letzten Besuch in unserem Stammrestaurant, dem Lucullo in La Serra. Ein Ort, der in den vergangenen Wochen zu einem kleinen Stück Zuhause für uns geworden war.

Wo die Toskana wirklich lebt

Schon bei unserer Ankunft wurden wir von dem vertrauten Leuchtschild empfangen, das im Dämmerlicht erstrahlte und uns wie ein guter alter Freund begrüßte. Lucullo ist kein Restaurant, das man in den Hochglanzbroschüren für Touristen findet. Und genau das macht seinen Charme aus. Hierher kommen die Einheimischen, die Familien aus La Serra und den umliegenden Dörfern, um gemeinsam zu essen, zu lachen und das Leben zu feiern. Ausländer sind eine Seltenheit, und das hat uns von Anfang an fasziniert. Es ist dieser unverfälschte Geist, den wir gesucht haben und hier in vollen Zügen genießen konnten.

Wenn man freitags bis sonntags kommt, hat man das Glück, im weitläufigen Garten unter freiem Himmel zu sitzen. Doch unter der Woche – mittwochs ist Ruhetag – spielt sich das Leben im klimatisierten Restaurant ab. Und hier zeigt sich, was ein typisch italienisches Lokal wirklich ausmacht, weit entfernt von dem, was wir in Deutschland oft als 'Italiener' kennen. Statt gedämpftem Licht und romantischer Musik erwartete uns eine lebendige Szene: helles Licht, Tische, die eng beieinanderstanden, und eine Geräuschkulisse, die von angeregten Gesprächen und fröhlichem Gelächter erfüllt war. Es war laut, es war voll, und die Stühle waren immer noch warm von den vorherigen Gästen – ein Zeichen für die ständige Betriebsamkeit und Beliebtheit dieses Ortes. Doch genau das war es, was wir liebten: Das Gefühl, mittendrin zu sein, Teil dieser pulsierenden toskanischen Alltagskultur.

Ein letztes Fest für den Gaumen

Für diesen letzten Abend wollten wir es uns noch einmal richtig gut gehen lassen. Die Speisekarte des Lucullo ist eine Hommage an die ehrliche, bodenständige toskanische Küche, und das zu Preisen, die wirklich fair sind. Papa hatte sich für etwas Besonderes entschieden: eine Taube. Ein Gericht, das man nicht überall bekommt und das hier auf traditionelle Weise zubereitet wird. Als der Teller kam, war die Taube perfekt gegrillt, auf einem Bett aus frischem Rucola – ein Anblick, der das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Die Kinder blieben ihren Favoriten treu. Für sie gab es wie so oft Pizza und Pasta, die hier immer frisch und mit viel Liebe zubereitet werden. Mama hingegen hatte es auf den Salat abgesehen und auf die unglaublich leckeren toskanischen Fleischbällchen, die würzig und saftig waren und einfach perfekt schmeckten. Jeder Bissen war ein Genuss und eine Erinnerung an all die wunderbaren Mahlzeiten, die wir hier erlebt hatten.

Der süße Abschied

Nachdem die Hauptspeisen restlos verputzt waren, durfte der krönende Abschluss natürlich nicht fehlen. In Italien ist das Dessert oft ein kleines Kunstwerk, und im Lucullo gab es zwei Klassiker, die uns besonders angetan hatten: Profiteroles und Tiramisu. Die Profiteroles, kleine Windbeutel gefüllt mit Sahne und überzogen mit reichlich Schokoladensoße, waren himmlisch und schmolzen auf der Zunge. Gleich danach kam das Tiramisu – cremig, mit dem perfekten Hauch von Kaffee und Kakao, genau so, wie es sein muss. Es war der perfekte süße Ausklang eines perfekten Essens, ein Moment des puren Glücks, der die leichte Wehmut des Abschieds für einen Moment vergessen ließ.

Mehr als nur satt werden

Lucullo war für uns während des gesamten Urlaubs so viel mehr als nur ein Restaurant. Es war ein Fenster zur toskanischen Seele, ein Ort, an dem wir immer wieder die typische Kultur hautnah erleben konnten. Die Gespräche, das Lachen, die unkomplizierte Freundlichkeit – all das hat uns gezeigt, wie das Leben hier wirklich ist, fernab von touristischen Klischees. Wir haben uns hier immer willkommen gefühlt, auch wenn wir die einzigen 'Ausländer' im Raum waren. Es war ein Ort, an dem wir nicht nur unseren Gaumen verwöhnt, sondern auch ein Stück echtes Italien ins Herz geschlossen haben.

Arrivederci, La Serra!

Als wir schließlich das Restaurant verließen, war es schon tief in der Nacht. Das Leuchtschild des Lucullo strahlte immer noch hell in die Dunkelheit und wies uns den Weg. Mit vollen Bäuchen und Herzen voller schöner Erinnerungen machten wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft. Es war ein Abschied, aber wir wissen, dass wir wiederkommen werden. Denn das Lucullo, mit seiner ehrlichen Küche und seiner unvergleichlichen Atmosphäre, ist für uns ein fester Bestandteil jeder Toskana-Reise geworden. Es war der perfekte Ausklang für einen unvergesslichen Urlaub und ein Versprechen, dass wir bald wieder in diese wunderbare Region zurückkehren werden.

Tipp für echte Toskana-Liebhaber:

Bilder vom Tag

Gegrillte Taube auf Rucola auf einem weißen Teller im Restaurant.
Papas Mut zur Taube hat sich gelohnt – ein echter Gaumenschmaus!
Nahaufnahme einer gegrillten Taube auf Rucola auf einem weißen Teller.
So sieht eine perfekt zubereitete Taube im Lucullo aus.
Profiteroles mit Sahne und Schokoladensoße in einer Metallschale.
Süße Verführung: Unsere Profiteroles zum Abschluss.
Tiramisu mit Kakaopulver in einer Metallschale, ein Löffel steckt darin.
Das klassische Tiramisu – ein Muss bei jedem Besuch.
Außenansicht des Restaurants Lucullo bei Nacht, beleuchtete Fassade und Treppe.
Ein letzter Blick auf unser geliebtes Lucullo bei Nacht.

Unsere Ausrüstungstipps

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