Wandern von Familie Montaione-Toskana Lesezeit: 6 Min.

Abendliche Wanderung: Picknick mit Weitblick in Montaione

Ein warmer Augustabend in Montaione, ein gepackter Rucksack und die Vorfreude auf ein Picknick in der Natur – so starteten wir in ein kleines Abenteuer auf einem historischen Pfad.

Familie beim Picknick auf einem Holztisch am Straßenrand in der toskanischen Dämmerung
Ein unerwarteter Picknickplatz sorgte für unvergessliche Momente auf unserer Abendwanderung.

Der 6. August 2026 war ein Tag, wie er typischer für die Toskana kaum sein könnte: warm, sonnig und erfüllt vom Zirpen der Zikaden. Doch mit den späten Nachmittagsstunden begann die Hitze des Tages langsam, aber spürbar nachzulassen. Die Sonne stand nicht mehr ganz so hoch, und eine leichte Brise versprach eine angenehme Kühle für den Abend. Gegen 18:00 Uhr entschieden wir uns, unsere abendliche Tour zu starten – eine Wanderung, die wir uns schon seit einiger Zeit vorgenommen hatten.\n\nUnser Rucksack war mit Bedacht gepackt, denn wir hatten ein ganz besonderes Ziel vor Augen: ein Picknick unter dem toskanischen Himmel. Darin fanden sich liebevoll zubereiteter Kartoffelsalat, eine Flasche Aperol Spritzwasser mit Eiswürfeln – ein kleines Luxusgut für einen warmen Abend – und natürlich einige andere Leckereien, die man für ein gelungenes Picknick so benötigt. Auch eine große, kuschelige Decke hatten wir dabei, um uns irgendwo gemütlich niederlassen zu können. Alles war vorbereitet für einen unvergesslichen Abend in der Natur.\n\n## Unser Ziel: Die Bank mit dem weiten Blick\n\nDas eigentliche Ziel unserer Wanderung war eine ganz besondere Bank, von der wir wussten, dass sie Platz für bis zu acht Personen bieten würde. Sie sollte uns einen atemberaubenden Ausblick bescheren, von dem wir uns erzählten, dass er gerade in den Abendstunden magisch sein musste. Die Bank lag etwa 60 Minuten Fußweg von unserer Unterkunft entfernt – eine Strecke, die uns machbar erschien, auch mit den Kindern. Der Weg dorthin war kein gewöhnlicher Feld- oder Waldweg, sondern ein Historischer Pfad, von dem wir wussten, dass er einst eine alte Handelsroute gewesen war. Nur etwa 400 Meter von unserer Unterkunft entfernt begann dieser faszinierende Pfad, der uns in südlicher Richtung in die sanften Hügel der Toskana führen sollte.\n\nWir folgten dem Pfad, der sich gemächlich durch die Landschaft schlängelte. Die Sonne, die wir anfangs noch im Gesicht spürten, hatten wir nach etwa einer Stunde Fußweg im Rücken. Das Licht wurde weicher, tauchte die Umgebung in goldene Farbtöne. Vor uns breitete sich ein wunderschöner Ausblick aus, der uns jedes Mal aufs Neue in seinen Bann zog: teils gemähte Wiesen, die wie samtgrüne Teppiche wirkten, dazwischen silbrig schimmernde Olivenhaine und die typischen Koniferenstraßen, die wie grüne Bänder durch die Landschaft gezogen waren und das Bild der Toskana so unverwechselbar machten. Es war eine Idylle, die zum Träumen einlud.\n\n## Ein Opernball auf dem Wanderweg?\n\nAlle von uns waren auf die abendliche Wanderung vorbereitet – mit bequemen Schuhen und funktionaler Kleidung. Nun ja, fast alle. Unsere Tochter schien eine etwas andere Vorstellung von einem Abend in der Natur gehabt zu haben. Sie sah aus, als würde sie eher auf einen Opernball wollen, statt auf einen staubigen Wanderweg. Ihr Outfit war definitiv nicht das, was man von einer Wanderin erwarten würde, aber ihre gute Laune und ihre kindliche Vorfreude waren ansteckend. Wir schmunzelten und ließen sie einfach machen; am Ende des Tages ging es ja um das gemeinsame Erlebnis und nicht um die perfekte Wandergarderobe.\n\nUnser Weg führte uns vorbei an alten Bauernhütten, deren steinerne Mauern Geschichten aus vergangenen Zeiten zu erzählen schienen. Wir passierten teilweise Ruinen, die malerisch in die Landschaft eingebettet waren und eine melancholische Schönheit ausstrahlten. Jeder Schritt auf diesem historischen Pfad war wie eine kleine Zeitreise, die uns die reiche Geschichte dieser Region spüren ließ. Die Luft war erfüllt vom Duft der Macchia, vermischt mit einem Hauch von Erde und fernen Blüten – typisch toskanisch und einfach herrlich.\n\n## Ein spontaner Planwechsel in der Dämmerung\n\nNach ungefähr der Hälfte unserer geplanten Strecke und unter einsetzender Dämmerung trafen wir eine gemeinsame Entscheidung: Wir beschlossen, unseren Weg nicht weiterzuführen bis zu der großen Bank. Die Kinder waren zwar noch motiviert, aber wir mussten auch an den Rückweg denken. Im Dunkeln mit den Kleinen noch eine weitere Stunde zurückzulaufen, erschien uns nicht ideal. Sicherheit ging vor, und so änderten wir kurzerhand unsere Pläne. Das ist das Schöne am Reisen mit der Familie: Manchmal muss man flexibel sein und den Moment genießen, anstatt starr an einem Plan festzuhalten.\n\nUnd genau das taten wir. Spontan, und vielleicht etwas ungewöhnlich, nutzten wir einen kleinen Holztisch, der uns beim Überqueren einer Straße auffiel. Er stand dort wie zufällig platziert und schien nur darauf zu warten, von uns als Picknickplatz entdeckt zu werden. Diese improvisierte Lösung hatte gleich mehrere Vorteile: Wir konnten uns in aller Ruhe vor dem Rückweg stärken und hatten nebenbei noch eine kleine Unterhaltung. Immer wieder winkten wir den wenigen vorbeifahrenden Autos zu, und die überraschten Gesichter der Fahrer und Beifahrer sorgten für viele Lacher. Es war ein kleiner, unerwarteter Höhepunkt, der diesen Abend noch besonderer machte.\n\n## Ein Festmahl für kleine und große Wanderer\n\nUnser Picknick war, trotz der spontanen Location, sehr reichhaltig und bot für jeden Geschmack etwas. Von frischer Melone und bunten Gummibärchen über knusprige trockene Brotscheiben bis hin zu Angelkort und erfrischendem Mineralwasser – wir hatten wirklich gut vorgesorgt. Der Kartoffelsalat schmeckte nach der leichten Wanderung doppelt gut, und der Aperol Spritz auf Eis war die perfekte Erfrischung. Wir saßen dort, genossen die letzten Sonnenstrahlen und die Köstlichkeiten aus unserem Rucksack, während die Dämmerung die Landschaft langsam in ein tiefes Blau tauchte.\n\n> Tipp für Familienwanderungen: Seid immer flexibel! Manchmal ist der beste Plan der, der sich spontan ergibt. Ein unerwarteter Picknickplatz oder eine abgekürzte Route kann das Abenteuer noch unvergesslicher machen, besonders wenn Kinder dabei sind. Und packt immer etwas mehr Wasser und ein paar Snacks ein, als ihr denkt zu brauchen – für den Fall der Fälle!\n\nUnsere Tochter, die anfangs noch so elegant gewandet war, war nach dem Picknick wieder blendend gelaunt und hochmotiviert für den Rückweg. Die Stärkung hatte ihr offensichtlich neue Energie verliehen. Gegen 20:00 Uhr traten wir dann den Heimweg an. Das letzte Licht des Tages verabschiedete sich langsam hinter den Hügeln, und wir erreichten kurz nach Sonnenuntergang unsere Unterkunft. Es war ein wunderschöner Abschluss eines ereignisreichen Tages.\n\nAls wir endlich wieder in unserer Ferienwohnung ankamen, waren wir unversehrt, erschöpft, aber überglücklich. Die Eindrücke des Abends – die goldenen Wiesen, der Duft der Olivenhaine, das Lachen beim Picknick und die Ruhe der toskanischen Dämmerung – würden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Es war ein weiteres kleines Abenteuer, das uns Montaione und seine wunderschöne Umgebung geschenkt hatte.

Unsere Ausrüstungstipps

Das haben wir auf dieser Tour dabeigehabt und können es empfehlen.

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Die Wege rund um Montaione sind steinig und staubig. Halbhohe, luftige Schuhe mit griffiger Sohle sind für uns die beste Wahl.

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